JoeCar 2.0: Kombiniertes CarSharing setzt Maßstäbe

Das kombinierte CarSharing-Angebot von stadtmobil Rhein-Neckar geht in die zweite Runde: Mit der Unterstützung der Städte Mannheim und Heidelberg hat stadtmobil die free floating-Flotte um das Doppelte auf 100 Autos aufgestockt. 60 davon stehen den Kunden in Mannheim, 40 in Heidelberg zur Verfügung. Außerdem wurde das Bediengebiet in Mannheim auf die Innenstadt (Quadrate) ausgeweitet.

von Miriam Caroli, stadtmobil Rhein-Neckar

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat den Verkehrsversuch, wie das Projekt auch drei Jahre nach dem Start in Mannheim immer noch betitelt wird, bis 2019 verlängert. Die Auflage: stadtmobil wird eine weitere Evaluierung durchführen lassen, diesmal von der Universität Wuppertal. Die Erkenntnisse der ersten Evaluierung sollen präzisiert und validiert werden.

Es freut uns, dass wir das Ministerium und auch die beiden Städte Heidelberg und Mannheim von dem Erfolg von JoeCar überzeugen konnten. Nur durch den großen Rückhalt in den Stadtverwaltungen und mit der Unterstützung des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) konnte das Projekt verlängert und erneut umgesetzt werden.

Die Kommunen Mannheim und Heidelberg stehen voll und ganz hinter JoeCar und vor Ort haben sich zahlreiche Politiker für die Fortführung eingesetzt. stadtmobil durfte die JoeCar-Fahrzeugflotte jetzt deutlich aufstocken. Denn wir haben das organische Wachstum von zwei bis drei Jahren nachzuholen (seit 2013 in Mannheim und 2014 in Heidelberg war die Anzahl der JoeCars unverändert). In Mannheim ist die Kern-Innenstadt, die so genannten Quadrate, endlich zum Bediengebiet dazu gekommen. Dies war vorher wegen vieler Baustellen und entsprechendem Parkplatzmangel nicht möglich. Seit Juli rollen nun 60 JoeCars in Mannheim und 40 in Heidelberg.

Bei der Auswahl der Fahrzeuge haben wir uns – auch unter Berücksichtigung des Dieselskandals und der wieder aktuellen Feinstaubdiskussion – gegen die reine CO2-Betrachtung entschieden. In der Konsequenz wurden sparsame Stadtautos als Benzinfahrzeuge angeschafft.

Die größte Schwierigkeit auch in der zweiten Phase des Projekts ist die fehlende gesetzliche Regelung für den Umgang mit CarSharing-Fahrzeugen. Die Gleichstellung mit einem Privat-PKW ist insbesondere dann, wenn es um Bewohnerparkzonen geht, nicht vorhanden und auch nicht ohne Weiteres herbeizuführen. Deshalb musste auch die zweite Phase des Projekts erneut vom Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg als Verkehrsversuch genehmigt werden. Dabei wurde stadtmobil gleichzeitig angekündigt, dass das die letzte Verlängerung dieser Art sei. Wenn es auch in drei Jahren keine vom Bund vorgegebene Regelung gibt, die das Interesse an der Unterstützung solcher Projekte zeigt, dann kann das Landesverkehrsministerium nicht länger durch Ausnahmeregelungen andere Realitäten schaffen.

JoeCar 2.0 ist erfolgreich gestartet – bis zu einer dauerhaften und einheitlichen Regelung für free floating-CarSharing-Angebote, die eine Planungssicherheit ermöglicht, ist es aber noch ein langer Weg.