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bcs-Fachtagung

Kombinierte CarSharing-Angebote: Stationsbasiertes CarSharing und Free-floating aus einer Hand

bcs-Fachtagung

Free-floating CarSharing und stationsbasiertes CarSharing galten bisher als getrennte Systeme, vielleicht sogar als Gegensätze. Neuerdings bieten kombinierte Systeme jedoch beide Varianten aus einer Hand. Auf einer Fachtagung des bcs am 09.12.2015 haben verschiedene Anbieter ihre innovativen Konzepte erläutert. Zudem wurden die Ergebnisse einer begleitenden Evaluationsstudie vorgestellt. Sie zeigt unter anderem: Nutzer kombinierter Angebote verzichten noch häufiger auf ein eigenes Fahrzeug, als dies bei Nutzern rein stationsbasierter Systeme bereits der Fall ist.

12.12.2015

Das Beste aus zwei Welten verbinden

Staatssekretär Mathias Samson eröffnet die VeranstaltungKombinierte CarSharing-Systeme passen sich verschiedensten Wünschen, Nutzungsszenarien und Wegezwecken flexibel an: Die stationsbasierten Fahrzeuge sind weiterhin langfristig buchbar und stehen zuverlässig auf einem festen Parkplatz bereit. Die free-floatenden Fahrzeuge können spontan über die Handy-App lokalisiert und Open-End, d.h. ohne Angabe eines vorher feststehenden Abgabezeitpunktes, gemietet werden. Je nach Anlass kann der Kunde so zwischen den Vorteilen beider Varianten hin und her wechseln.

CityFlitzer von book-n-drive: Besser sein als der private Pkw

Udo Mielke, book-n-driveSeit 2013 hat book-n-drive in Frankfurt parallel zum schon bestehenden stationsbasierten Angebot über 200 free-floatende Fahrzeuge unter dem Markennamen CityFlitzer eingeführt. One-Way-Fahrten und Open-End-Buchungen sind nicht nur im Frankfurter Stadtgebiet möglich. Die Kunden können mit den CityFlitzern auch zwischen Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Darmstadt sowie zum Flughafen Frankfurt One-Way fahren. Udo Mielke, Geschäftsführer von book-n-drive, hebt in seinem Vortrag hervor, dass ein konsequent kundenzentrierter Ansatz zur Entwicklung des kombinierten Angebots geführt hat: Die CarSharing-Dienstleistung soll das private Fahrzeug nicht bloß ersetzen - sie soll in der kombinierten Variante mehr Nutzen bieten als ein privater Pkw. Die Vorstellung des gesamten CityFlitzer-Konzepts finden Sie hier: So viel Auto wie ich will! (CityFlitzer von book-n-drive).pdf

JoeCar von stadtmobil: Das Beste aus zwei Welten in einem Tarif

Claudia Braun, stadtmobil Rhein-NeckarIm Jahr 2013 hat stadtmobil Rhein-Neckar in Mannheim und Heidelberg free-floatende Fahrzeuge unter dem Markennamen JoeCar eingeführt. Neben dem gesteigerten Kundennutzen betont Claudia Braun, Vorstand der Stadtmobil Rhein-Neckar AG, in ihrem Vortrag auch, dass kombinierte Systeme in der Lage sind, free-floating CarSharing in Städten unter 500.000 Einwohnern zu etablieren und wirtschaftlich zu betreiben. Diese Grenze halten die reinen free-floating Anbieter bisher für notwendig, um die Wirtschaftlichkeit ihrer Angebote zu erreichen. Das Konzept JoeCar von stadtmobil zeigt darüber hinaus, wie sich stationsbasierte Fahrzeuge und free-floatende Fahrzeuge in einem Tarifsystem verzahnen lassen: Für die free-floatenden JoeCars wird ein vom stationsbasierten Angebot abgeleiteter Minutenpreis berechnet, der bei längeren Fahrten automatisch in dessen günstigen Stunden-Tarif wechselt. Der hohe Preisdruck, wie er von den reinen free-floating Systemen bisher bekannt ist, entfällt. Auto-Abschaffquoten von über 60 Prozent im Vorher/Nachher-Vergleich belegen die Attraktivität dieses Ansatzes. Den Vortrag von Claudia Braun finden Sie hier: Das Beste aus zwei Welten (JoeCar von stadtmobil).pdf

Kombinierte Angebote entlasten den städtischen Verkehr ohne in Konkurrenz mit dem Umweltverbund zu treten

Peter Berson, Ostfalia HochschuleWie die wissenschaftliche Evaluation von JoeCar in Mannheim und Heidelberg zeigt, hat die Verbindung von stationsbasiertem CarSharing und free-floating CarSharing auch verkehrspolitisch sehr wünschenswerte Effekte: Im Durchschnitt sind die Fahrtweiten der stationsunabhängigen Fahrzeuge in den kombinierten Systemen wesentlich länger als bei car2go und DriveNow. Nicht die Einwegfahrt steht hier im Mittelpunkt der Nutzungswünsche, sondern die Möglichkeit, Fahrzeuge ohne vorherige Reservierung und ohne Festlegung auf den Abgabezeitpunkt ausleihen zu können. Eine Nutzungskonkurrenz mit dem ÖPNV aus Bequemlichkeitsgründen entfällt fast vollständig. Zugleich verzichten Nutzer kombinierter Systeme noch häufiger auf ein eigenes Fahrzeug als Nutzer des rein stationsbasierten CarSharing. Dies erläutert Peter Berson vom Institut für Verkehrsmanagement der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Die vorgestellten Ergebnisse seiner Evaluation finden Sie hier: Evaluation Kombiniertes CarSharing-Angebot JoeCar von stadtmobil.pdf

 

Download

Udo Mielke, book-n-drive: Soviel Auto, wie ich will! (CityFlitzer von book-n-drive)

Claudia Braun, stadtmobil Rhein-Neckar: Das Beste aus zwei Welten (JoeCar von stadtmobil)

Peter Berson, Ostfalia Hochschule: Evaluation Kombiniertes CarSharing-Angebot JoeCar von stadtmobil

Das fact sheet des bcs zum Thema: factsheet Kombinierte CarSharing-Angebote

 

Kombinierte CarSharing-Angebote gibt es in Frankfurt am Main (book-n-drive), Hannover (stadtmobil Hannover), Mannheim und Heidelberg (stadtmobil Rhein-Neckar) sowie Osnabrück (Stadtteilauto Osnabrück):

https://www.book-n-drive.de/

https://rhein-neckar.stadtmobil.de/

https://www.stadtteilauto.info/

http://hannover.stadtmobil.de/