Städte und Gemeinden leiden darunter, dass der motorisierte Individualverkehr (MIV) sowohl im ruhenden wie im fließenden Verkehr einen (zu) großen Teil des öffentlichen (Straßen-)Raums beansprucht. Carsharing trägt zu einer Reduzierung des MIV auf zwei Weisen bei:
- Carsharing führt zur Abschaffung privater Pkw und zur dauerhaften Vermeidung von Neuanschaffungen in den teilnehmenden Haushalten. Die Pkw-Nutzungswünsche mehrerer Haushalte werden auf wenigen Fahrzeugen gebündelt. Carsharing reduziert so die Zahl der insgesamt benötigten Pkw und Stellplätze.
- Carsharing-Kund*innen nutzen Autos im Durchschnitt seltener als Autobesitzer*innen. Fahrrad und ÖPNV spielen in ihrem Modal Split eine größere Rolle. Die veränderte Verkehrsmittelwahl senkt den MIV-Anteil am fließenden Verkehr. Durch die Veränderung des Mobilitätsverhalten trägt Carsharing zur Reduktion von THG-Emissionen im Verkehr bei.
Wissenschaftliche Studien zeigen: Ein Carsharing-Fahrzeug kann bis zu 19 private Pkw ersetzen. Alle Zahlen und Fakten zur verkehrsentlastenden Wirkung des Carsharing finden Sie in unserem Fact Sheet.
Die im Bundesverband Carsharing organisierten Carsharing-Anbieter verpflichten sich dazu, regelmäßig die verkehrsentlastende Wirkung ihrer Angebote zu messen. Ergebnis:
- Die 15.471 Carsharing-Fahrzeuge der bcs-Mitglieder haben in den am Carsharing teilnehmenden Haushalten bereits zur Abschaffung von 116.032 privaten Pkw geführt und die Neuanschaffung von 54.148 privaten Pkw verhindert.
- Jedes Carsharing-Fahrzeug dieser Anbieter ersetzt im Durchschnitt 11 private Pkw.
- Ohne die Carsharing-Angebote gäbe es im deutschen Pkw-Bestand zusätzliche 154.710 Fahrzeuge.
- Diese würden 1,7 Mio. Quadratmeter zusätzliche Parkfläche benötigen. Das entspricht einer Fläche von 237 Fußballfeldern oder 994 Spielplätzen mittlerer Größe.
- Würde die eingesparte Parkfläche vollständig in neu gebauten Tief- und Quartiersgaragen bereitgestellt, dann würden dafür Baukosten in Höhe von mindestens 2,2 Mrd. Euro anfallen.
Auch zum Klimaschutz im Verkehr trägt Carsharing bei:
- Die Carsharing-Angebote der bcs-Mitglieder führen zur Einsparung von rund 207.000 Tonnen CO2 pro Jahr.
Grund ist das veränderte Mobilitätsverhalten der Carsharing-Nutzenden gegenüber der Gesamtbevölkerung, insbesondere die häufigere Nutzung von Fahrrad und ÖPNV. Ein Teil der berechneten Einsparungen ergibt sich daraus, dass Haushalte ihren privaten Pkw abschaffen und dadurch ihr Mobilitätsverhalten ändern. Ein weiterer Teil der Einsparungen kommt dadurch zustande, dass Carsharing ein klimafreundliches Mobilitätsverhalten in Haushalten stabilisiert, die sich ohne Carsharing ein (zusätzliches) Auto anschaffen würden.
Der bcs gibt einen Evaluationsstandard heraus, der beschreibt, wie man die verkehrsentlastende Wirkung von Carsharing misst. Der Evaluationsstandard wurde in mehreren Studien des bcs entwickelt und getestet. Er beruht zum Teil auch auf den Erkenntnissen von Autor*innen anderer Carsharing-Studien, die in den letzten Jahren in Deutschland durchgeführt wurden. Der bcs-Evaluationsstandard wird kontinuierlich an den Stand der verkehrswissenschaftlichen Forschung angepasst.
Carsharing-Anbieter können selbst Evaluationen nach dem bcs-Standard durchführen oder einen Dienstleister damit beauftragen. Die Expert*innen des bcs beraten Sie gern bei der Auswahl eines geeigneten Dienstleisters und der Durchführung von Evaluationsprojekten.
Der Carsharing-Anbieter Miles hat im August 2025 eine Untersuchung der verkehrsentlastenden Wirkung seines Carsharing-Angebots in Hamburg, Köln und München vorgelegt. Die Studie entspricht - trotz anderslautender Behauptungen des Anbieters - nicht dem Evaluationsstandard des Bundesverband Carsharing. Die Abweichungen im Studiendesign sind so erheblich, dass die Ergebnisse nicht belastbar sind und in einer Folgestudie überprüft werden müssen.