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Aktuelle Zahlen und Fakten zum CarSharing in Deutschland

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Die deutsche CarSharing-Branche wächst beständig. Aktuell gibt es 226 CarSharing-Anbieter in Deutschland. An 840 Orten stellen sie ihre Autos öffentlich zum Teilen zur Verfügung. 2,29 Millionen Kund*innen sind registriert.

In diesem Text stellen wir die Daten der aktuellen CarSharing-Statistik1 für Deutschland sowie die neuesten Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien über CarSharing vor. Sie finden Zahlen und Infos zu Fahrzeug- und Nutzer*innenzahlen, zu Orten mit CarSharing-Angebot, zu den verschiedenen CarSharing-Varianten, zu Kundenzufriedenheit und Preisen, zu Verkehrsentlastung und Autoabschaffungsquoten sowie zum Ranking der größten CarSharing-Anbieter.

Die Daten hat der Bundesverband CarSharing auch in dem kompakten Vierseiter „Carsharing in Deutschland“ graphisch aufbereitet. Sie können ihn hier als PDF herunterladen. Alle Zahlen der aktuellen CarSharing-Statistik mit Stand 01.01.2020 finden Sie in unserem Datenblatt.

CarSharing-Anbieter und CarSharing-Orte

Aktuell bieten 226 CarSharing-Unternehmen, -Genossenschaften und -Vereine CarSharing in Deutschland an. Gegenüber 2019 hat sich die Zahl der CarSharing-Anbieter damit um 45 erhöht.

An 840 Orten in Deutschland wird CarSharing angeboten. Das sind 100 Orte mehr als im Jahr 2019. CarSharing ist nicht nur ein Phänomen der Großstädte. In 445 Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern gibt es mittlerweile stationsbasierte CarSharing-Angebote. In 46,8 Prozent aller Orte mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 50.000 stehen ebenfalls CarSharing-Fahrzeuge zur Verfügung.

Diese Zahlen zeigen, dass CarSharing auch im ländlichen Raum und in kleinen Städten möglich ist. Anders als in den großen Städten ist CarSharing im ländlichen Raum jedoch in der Regel kein aus sich heraus tragfähiges Geschäftsmodell. Die Angebote werden oft von ehrenamtlichen Vereinen getragen oder von Kommunen mitfinanziert. Das stationsbasierte CarSharing ist flächenmäßig am stärksten verbreitet. An sämtlichen 840 CarSharing-Orten wird diese Variante des Autoteilens angeboten. Das Angebot reicht von großen gewerblichen Anbietern wie cambio, stadtmobil, teilAuto oder book-n-drive, die in mehreren Städten mit großen Fahrzeugflotten aktiv sind, bis hin zu Vereinen, die CarSharing im ländlichen Raum ehrenamtlich organisieren.

Das free-floating CarSharing ist in 17 Städten vertreten, hauptsächlich in Großstädten wie beispielsweise Berlin und München. Der Markt wird dominiert von den drei großen Systemen ShareNow, Sixt share und We share, die in insgesamt sieben Großstädten und einigen Umlandgemeinden dieser Städte aktiv sind.

Weiter steigend ist die Zahl kombinierter Systeme, die stationsbasiertes CarSharing und free-floating CarSharing aus einer Hand anbieten. Aktuell gibt es 10 Anbieter, die kombinierte Systeme an 17 Orten in Deutschland betreiben. Die größten Anbieter in diesem Bereich sind stadtmobil, book-n-drive und teilAuto.

Weitere Informationen zu den einzelnen CarSharing-Orten in Deutschland finden Sie in unserem Städteranking.

Marktentwicklung

Insgesamt gibt es in Deutschland 25.400 CarSharing-Fahrzeuge. Gegenüber 2019 ist die deutsche CarSharing-Flotte um 5.200 Fahrzeuge gewachsen (+ 25,7 Prozent).

12.000 Fahrzeuge werden aktuell im stationsbasierten CarSharing zur Verfügung gestellt. Im free-floating CarSharing werden 13.400 Fahrzeuge zum Teilen bereitgestellt, davon 1.020 in kombinierten Systemen.

Im Marktsegment Free-floating hat sich die Zahl der bereitgestellten Fahrzeuge gegenüber 2019 um 48,9 Prozent erhöht. Dies Wachstum kommt vor allem durch den Markteintritt neuer, großer Anbieter aus der Automobilindustrie (WeShare) und der klassischen Autovermietung (SIXT share) zustande. Das starke Flottenwachstum findet jedoch auf bestehender Fläche statt. Neue CarSharing-Orte wurden nicht erschlossen.

Im Marktsegment stationsbasiertes CarSharing wächst die Flotte seit Jahren kontinuierlich. 2020 wurden 800 Fahrzeuge mehr bereitgestellt als 2019 (+ 7,1 Prozent).

2,29 Millionen Autofahrer*innen sind als CarSharing-Kund*innen registriert. 710.000 von ihnen nutzen stationsbasiertes CarSharing, 1,58 Millionen sind bei (mindestens) einem Free-Floating-Anbieter angemeldet.

Im stationsbasierten CarSharing ist die Zahl der Kund*innen gegenüber dem Vorjahr um 9,2 Prozent gestiegen. Im free-floating CarSharing ist die Kundenzahl erstmals seit bestehen dieser Variante gefallen (- 12,7 Prozent). Dieses Phänomen kommt jedoch nicht durch reale Kundenabwanderungen zustande. Vielmehr hat durch die Fusion der CarSharing-Anbieter DriveNow und car2go eine Bereinigung der Doppelanmeldungen stattgefunden. Das Phänomen der Doppelanmeldungen ist im free-floating CarSharing besonders verbreitet, da die großen Free-floating-Systeme traditionell in wenigen Städten mit nahezu deckungsgleichen Geschäftsgebieten operieren, sodass es für die Kund*innen naheliegt, sich bei verschiedenen Anbieter parallel anzumelden.

Verkehrsentlastung durch CarSharing

CarSharing reduziert die Zahl der Pkw auf den Straßen. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Nutzer*innen von CarSharing sehen häufig keinen Bedarf mehr für ein eigenes Auto und schaffen es ab. Bis zu 80% der Haushalte sind autofrei. Allerdings gilt das nur für das stationsbasierte CarSharing sowie für kombinierte Systeme, bei denen stationsbasiertes und free-floating CarSharing aus einer Hand angeboten werden.

Nutzer*innen von reinen Free-floating-Angeboten besitzen oft noch ein eigenes Auto. Wie groß die Unterschiede beim Pkw-Besitz zwischen den CarSharing-Varianten sind, zeigt exemplarisch eine Studie des europäischen Forschungsprojekts STARS aus dem Jahr 2018, für die CarSharing-Kund*innen in Frankfurt am Main, Köln und Stuttgart befragt wurden:

Mehrere CarSharing-Studien haben sich damit beschäftigt, wie viele private Pkw pro CarSharing-Fahrzeug abgeschafft werden. Die Ersetzungsquote gibt dies wieder: „Ein CarSharing-Fahrzeug ersetzt x private Pkw“.  Sie variiert je nach Untersuchungsgebiet und CarSharing-Variante:

Weitere Informationen zur verkehrsentlastenden Wirkung des CarSharing finden Sie in unserem Fact Sheet "Verkehrsentlastung durch CarSharing".

CarSharing-Nutzung

Sowohl beim Preis als auch bei der Nutzungsdauer unterscheiden sich das stationsbasierte und das free-floating CarSharing stark voneinander. Das stationsbasierte CarSharing ist günstiger und es wird für längere Strecken genutzt als das free-floating CarSharing:

CarSharing ist für viele Nutzungs-Szenarien günstiger als ein eigener Pkw. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Die Kundenzufriedenheit mit stationsbasiertem CarSharing und free-floating CarSharing ist unterschiedlich. In einer Vergleichsstudie aus dem Jahr 2018 (STARS D4.1) wird sowohl bei der Verfügbarkeit von Fahrzeugen als auch beim Preis das stationsbasierte CarSharing besser beurteilt.

Zu vergleichbaren Ergebnissen kommt auch die Studie share. Dort geben die Nutzer*innen an, dass Verfügbarkeit und Preis die größten Hürden bei der Nutzung von free-floating CarSharing seien.

 


1Die CarSharing-Statistik für Deutschland basiert auf den Kennzahlen, die der Bundesverband CarSharing zu Beginn jeden Jahres bei sämtlichen CarSharing-Anbietern in Deutschland abfragt.


Download

PDF: CarSharing Deutschland 2020

Quellen:

1) Nutzer und Mobilitätsverhalten in verschiedenen CarSharing-Varianten, (STARS D4.1). Bundesverband CarSharing e.V., 2018 (wird noch online veröffentlicht)
2) Entlastungswirkung unterschiedlicher CarSharing-Varianten (STARS D5.1). Bundesverband CarSharing e.V., 2019
3) Analyse der Auswirkungen des Car-Sharing in Bremen. team red GmbH, 2018
4) Mehr Platz zum Leben - wie CarSharing die Städte entlastet. Bundesverband CarSharing e.V., 2016
5) share - Wissenschaftliche Begleitforschung von car2go mit batterieelektrischen und konventionellen Fahrzeugen. Forschung zum neuen CarSharing. Öko-Institut e.V., ISOE, Institut für sozial-ökologische Forschung, 2018
6) Evaluation Carsharing (EVA-CS) Landeshauptstadt München, Abschlussbericht. team red GmbH, 2015
7) Umweltbundesamt (Hrsg.): Die Stadt für morgen. Umweltschonend mobil – lärmarm – grün – kompakt – durchmischt. Umweltbundesamt, 2017