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Umweltbilanz

CarSharing entlastet Umwelt und Verkehr

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CarSharing-Kunden verlagern viele Wege, die nicht notwendigerweise ein Auto erfordern, auf geeignetere und ökologisch weniger bedenkliche Verkehrsträger. Sie schaffen in beträchtlichem Umfang eigene Pkw ab. Die CarSharing-Fahrzeugflotten sind zudem energieeffizienter und stoßen weniger CO2 aus als der Durchschnitt des nationalen Pkw-Bestands. Das macht CarSharing zu einem wichtigen Baustein für einen umweltfreundlicheren Verkehr.

Ein CarSharing-Fahrzeug ersetzt bis zu 20 private Pkw - das schafft Platz für mehr Lebensqualität (Bild: bcs)

CarSharing führt zu einer Änderung im Mobilitätsmix

Laut einer Studie des bcs aus dem Jahr 2015 haben in Innenstädten 78 Prozent der Kunden stationsbasierter CarSharing-Anbieter kein eigenes Auto mehr. Nach der Entscheidung fürs CarSharing berichten 40 Prozent von einer sinkenden Nutzung des Pkw. 19 Prozent nutzen öfter Bus und Bahn. Und 14 Prozent steigen häufiger aufs Fahrrad. Bei denjenigen Haushalten, die ihr eigenes Fahrzeug abgeschafft haben und dadurch autofrei geworden sind, ist der Effekt noch weit größer: 70 Prozent berichten von einer zurückgegangenen Pkw-Nutzung, 40 Prozent nutzen Bus und Bahn häufiger und 32 Prozent fahren öfter Fahrrad. Es ist also vor allem das weniger auf Pkw fixierte Mobilitätsverhalten, das CarSharing ökologisch macht.

Veränderung des Mobilitätsverhaltens durch CarSharing, Beispiel Bus & Bahn (bcs 2016)

Wie sehr CarSharing den Mobilitätsmix verändert, zeigt auch ein Vergleich der Pkw-Nutzung aus der Studie WiMobil. Demnach nutzen nur 20 Prozent der Kunden des stationsbasierten CarSharing-Anbieters Flinkster ein Auto einmal pro Woche oder öfter. In der vergleichbaren Gesamtbevölkerung sind es hingegen 80 Prozent, die einmal pro Woche oder öfter ein Auto nutzen.

Nutzung des privaten Pkw in verschiedenen CarSharing-Systemen (Quelle: WiMobil unter Verwendung von Daten aus MiD 2008)Derselbe Vergleich für den free-floating Anbieter DriveNow fällt nicht ganz so deutlich aus. Aber auch hier nutzen lediglich 48 Prozent der Carsharing-Kunden einmal pro Woche oder öfter ein Auto, während es in der Vergleichsgruppe 74 Prozent sind. CarSharing senkt also die Pkw-Nutzungsfrequenz deutlich ab, ohne die Haushalte zu einem generellen Verzicht auf Auto-Nutzung zu zwingen.

CarSharing ermöglicht den Kunden mehr Flexibilität

Der Grund für den veränderten Mobilitätsmix ist wahrscheinlich vor allem finanzieller Natur: Wer ein eigenes Auto besitzt hat hohe Kosten. Rund die Hälfte bis zwei Drittel davon sind Fixkosten für Versicherung, Wartung und Service. Hinzu kommt der immense Wertverlust, falls es sich um einen Neuwagen handelt. Diese Kosten fallen auch an, wenn das Fahrzeug gar nicht gefahren wird. Folglich lohnt es sich für den Pkw-besitzenden Haushalt, das eigene Auto auch dann einzusetzen, wenn andere Verkehrsträger eigentlich günstiger, einfacher oder schneller wären. Anders beim CarSharing: Hier zahlt der Nutzer nur für seine tatsächliche Nutzung. Das macht Budgets für andere Mobilitätsoptionen frei. So kommt es, dass CarSharing-Kunden allgemein weniger Auto fahren und mehr Wege mit Verkehrsträgern zurücklegen, die für den jeweiligen Zweck angemessener sind.

Beispielhafter Vergleich der Mobilitätsbudgets privater Pkw vs. CarSharing. Achtung! Unsere Beispielrechnung ersetzt keinen eigenen, individuellen Vergleich der Kosten und Tarife. (Grafik: bcs)

Ein CarSharing-Fahrzeug ersetzt bis zu 20 private Pkw

Nutzer von CarSharing sehen häufig keinen Bedarf mehr für ihr eigenes Auto und schaffen es ab. In einer Studie aus dem Jahr 2012 hatte der bcs festgestellt, dass ein stationsbasiertes CarSharing-Auto in Deutschland bis zu 10 private Pkw ersetzt. Betrachtet man nur innerstädtische Wohnquartiere mit gut ausgebautem CarSharing-Angebot, ist die Quote noch höher: Laut einer bcs-Studie von 2015 ersetzt ein stationsbasiertes CarSharing-Fahrzeug dort bis zu 20 private Pkw. Durch diese Ersetzungsleistung werden pro CarSharing-Fahrzeug bis zu 99 Meter Straßenkante bzw. 228 qm Parkfläche frei.

Ein CarSharing-Fahrzeug ersetzt 20 Pkw, Beispiel Köln (Bild: bcs)

Der frei werdende Raum wird in der Regel von nachrückenden Fahrzeugen wieder zugeparkt. Aber Städte und Kommunen könnten diesen Flächengewinn auch einsetzen, um mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer, mehr Grün und Spielplätze zu schaffen. CarSharing ist auch ein Mittel, um Städte wieder lebenswerter zu machen. Das gilt insbesondere für hoch verdichtete innerstädtische Wohnquartiere.

Vergleich: So viel Platz für andere Nutzungen entsteht, wenn ein CarSharing-Fahrzeug 20 private Pkw ersetzt (Bild: bcs)

CarSharing-Flotten sind energieeffizienter und stoßen weniger CO2 aus, als der nationale Durchschnitt

Der englische CarSharing-Verband Carplus untersucht regelmäßig den CO2-Ausstoß der in England und Wales fahrenden CarSharing-Fahrzeuge. Ergebnis: 2014 stieß ein CarSharing-Fahrzeug im Durchschnitt 98,0 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Der übrige Pkw-Bestand in England und Wales brachte es auf durchschnittlich 153,9 Gramm pro Kilometer. Für Deutschland liegen keine nationalen Zahlen vor. Der Anbieter cambio beispielsweise misst für seine Flotte 102 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer während es der durchschnittliche Neuwagen laut KBA auf 132,8 Gramm bringt.

Drei Gründe sind für diese Differenz ausschlaggebend: CarSharing-Fahrzeuge sind im Durchschnitt moderner als der übrige Pkw-Bestand. CarSharing-Fahrzeuge sind im Durschnitt kleiner und energieeffizienter als der übrige Pkw-Bestand (weil sie gezielter auf bestimmte Nutzungszwecke der Kunden hin angeschafft wurden). In CarSharing-Flotten ist der Anteil an Elektro-Fahrzeugen deutlich höher als im übrigen nationalen Pkw-Bestand.

 

Die Studie des bcs zur Entlastung der Innenstädte durch CarSharing finden Sie hier.

Weitere Informationen zur Entlastungsleistung verschiedener CarSharing-Varianten (stationsbasiert,free-floating, kombiniert) finden Sie hier.